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Tschuldigung, bin Grobrhetoriker

Wie kommt wohl ein Blogeintrag zustande?

1. Meist gar nicht...

2. Man hat was zu erzählen/will was erzählen

3. Man schreibt eine schlaue Überschrift und eine erste Zeile und meditiert darüber

 

Diese dritte Möglichkeit wird nun ein wenig von mir durchleuchtet. Dies bildet einen der ersten Blogeinträge, die ohne Überschrift entstanden und sie erst später erhalten, auch wenn der geneigte Leser sie zu diesem Zeitpunkt des Lesefortschritts natürlich schon kennt.

Treue Leser wissen, dass nicht immer Liedzeilen/titel zum Zusammenfassen eines Themas dienten, da früher an deren Stelle, angelehnt an die TV-Serie 'Scrubs', die Beiträge mit "Mein Nebenjob/Anfang/usw." eingeläutet wurden. Die Sache mit den Liedern ist aber offenbar auch vergleichbar mit irgendeiner US-Serie, unbeabsichtigt wohlgemerkt!

Diese ganze Sache passte irgendwie zu dem egomanischen Grundgedanken der ersten Stunde, aber die Idee gefiel mir schlicht nicht mehr. Nun ist auch der holprige Einstieg des letzten Beitrags nicht mehr so seltsam, da unlängst noch "Mein Rhythmus" (ein ungleich schwierigeres Wort als Bruttoszialprodukt) in fetten Lettern prangte.

Nun kann man aber beim genauen studieren der Texte Einschnitte erkennen, die einen Gedankensprung/Geistesblitz markieren und der Text in eine Richtung geht, die ich meist nicht kannte.

Ein römischer Rhetoriker hat dies einmal als Optimalzustand beschrieben, die Gestaltung eines Gedankens, während des Sprechens. Gut bin ich damit allerdings beim direkten Verbalisieren noch nie damit gefahren. Nötig wird die 'Technik' ja meist nur bei spontanen Einwürfen, doch im Ausbreiten der Gedanken, entdecke ich Aspekte, die meiner Ansicht erheblich widersprechen... Sieg für meine Bildung, Blamage in der Diskussionsrunde! 

26.6.07 21:45


Jetzt wird wieder in die Hände geklatscht (Bruttosozialprodukt remix)

Könnte bitte jemand die Überschrift kontrollieren? Ich traue meiner Rechtschreibung nicht über den Weg. Meistens nur, wenn ein Wort komisch aussieht. Man fragt sich dann, ob man das jemals geschrieben hat und ob das dann auch so aussah.

Ob man umgekehrt Worte kennt, die man noch nie benutzt hat?!? Ob der eigene Wortschatz die Vorstellung sprengt?

Schön wäre es, denn es ist schlimmer, wenn für etwas kein Wort existiert, als dass einem zu viele Synonyme in den Sinn kommen. Dies ist bei den Trenndingern im Supermarkt an der Kasse weniger schlimm, als bei Zuständen, Haltungen oder Gefühlen. Was nicht in irgendeiner Form verbalisiert werden kann, wird nicht gedacht! Vereinfacht man die Sprache, wirft man die Kultur gut und gerne zurück ins Jahre 1984 und bis sowas wieder aufgeholt ist, vergehen lange, dunkle Jahre.

Zu düster? Zu finster, pessimistisch, unüberlegt, übertrieben, depressiv, traumatisierend?

Pathosmodus Hoffentlich! /Pathosmodus

19.5.07 20:39


Let's waste time

Genug Gejammer!


Es geht schließlich aufwärts! Nur manchmal hat man dann das Gefühl, dass gar nichts geht.

Da geht niemand ans Telefon, egal, wen man anruft, da ruckelt das älteste PC-Spiel und man merkt, dass man ne recht kleine CD-Sammlung hat, wenn mal der Sound am Computer ausfällt.

Ist man soweit, dass diese Sammlung ausgebaut wurde, dann kann man anfangen sie zu sortieren, alphabetisch, nach Interpreten. Ältere Semester haben da allerdings oft mehr Spaß; das liegt wohl daran, dass es mit Schallplatten einfach spannender ist, muss was mit dem Format zu tun haben und außerdem stören Doppel-CDs erheblich, wenn man nur einen doofen CD-Ständer hat.

Nicht mal die E-Gitarre klingt heute normal, der DVD-Player wurde repariert, aber was soll man schon ansehen?

Diese Technik-Arsenal, kann man innerhalb von 20m² vorfinden, Zubehörgeräte nicht eingeschlossen. Wo ist eigentlich mein Handy? Strahlt zwar eh nur schädlich, aber vielleicht dachte ja jemand an mich... Irgendwo unter dem Fernseher steht eine Playstation, die wohl schon über ein Jahr nicht mehr benutzt wurde. Irgendwann macht selbst Final Fantasy ( 8 & 9) keinen Spaß mehr. Die alte Memorycard, die noch nicht vom Datenzerfall betroffen ist, zeugt von einer riesigen Menge von verschwendeter Zeit: (80 Stunden, 42 Stunden Schande! Schon auf CD 2 ... 70 Stunden, für den anderen Teil ähnlich viel, weitere 10 Titel, die man hin und wieder, mehr oder weniger exessisv gespielt hat. Erstaunlich ist, dass ich die Spiele, zusammengenommen, nur dreimal durchgespielt habe. Meist enden die Dokumentationen auf CD 3, wo man die letzte Möglichkeit nutzt, die Spielehelden nochmal richtig gut vorzubereiten. Sie treten immerhin der Apokalypse entgegen.

Dass diese nur halb so schlimm ist, weiß man zwar, aber es treibt einen doch der Wunsch nach Perfektion. Verdammt! Warum habe ich nur Eden nicht stärker trainiert, wo finde ich Kiros und immer wieder Kaktor... Ahhhh! Wo ist der letzte Chocobo-Schatz?

Neulich habe ich die beiden Spiele auswendig durchgespielt; das nahm sehr viel weniger Zeit in Anspruch. Entsetzt stellt man bei so einem Experiment fest, wie viel man noch aus diesen SpieleUniveren weiß. Hätte ich nie begonnen mich mit Videospielen abzugeben, ich denke, dass ich sicherlich 1-2 Fremdsprachen mehr beherrschen würde...

21.4.07 16:26


myblog killed the newspaper

Es gibt ja mittlerweile einige Weblogs im Internet und ich trage auch nicht gerade dazu bei, diesen Trend umzukehren.

Bei dieser Flut bilden sich einige wiederkehrende Muster heraus. So gibt es:

- Tieftraurige, tragisch-komische Schwarzseher, die Weltschmerz und Sarkasmus für sich pachten möchten

- 12-17 jährige Mädchen, die ihren Freundinnen mitteilen möchten, dass sie diese echt ganz doll lieb haben und hin und wieder Bilder von diversen Aktionen einstellen, wobei der dazugehörige Blogeintrag umgekehrtproportional lang zu der Zeit ist, die die Seite im Netz existiert, auch wenn natürlich der Faktor "jungs, die anwesend waren" nicht unterschätzt werden darf.

- Tokio-Hotel-Fans

- Seltsame Gestalten, die wohl bei der dpa die skurrilsten Meldungen suchen und diese als "Kaumzuglaubenaberwahr" verwerten. Bevorzugt werden dabei Meldungen, bei denen Amerikaner irgendwie doof dastehen. Generell wird aber eh alles, auf Herrn Bush bezogen und auch Vergleiche mit faschistischen Regimen sind häufig zu finden.

Meistens elende Nörgler

- Tokio-Hotel-Hasser

- Best-of-Youtube

 

Dies ist also das Medium der Zukunft, dem der Spiegel gerne attestiert, dass es schon jetzt Wahlen gewinnt und etwa übermorgen den Wald rettet, da kein Papier mehr für Zeitungen gebraucht wird. Naja... Schade um den Regenwald, aber das ist was anderes...

Der Vollständigkeit halber: Ich gehöre natürlich zu den seltsamen Nörglern. Einheitsbrei? Ich hoffe nicht!

Es ist nur leider schwer in Mode, im Internet über das Internet zu schreiben; wie krank das System ist, wie geschickt man dies aufgeddeckt hat. Sicherlich erfüllt dieser Abschnitt auch diese Kriterien, doch ich will mit der Zeit gehen. In dem die Zeilen meiner Tastatur entweichen, lege ich mir die Latte hoch und mache mich verwundbar, da nun Ansprüche bestehen, Ansprüche an mich selbst. Seit dem letzten Blogeintrag ist schon etwas Zeit vergangen und daher ist es eigentlich ein schlechtes Zeugnis, dass ich dieses Thema jetzt schon behandle, da damit zugebe, schon jetzt in einer Sackgasse zu sein, aber man ist ja eitel und will zumindest klarmachen, dass man die Situation auch erfasst hat.

Der ganz normale Wahnsinn hat begonnen

15.4.07 15:54


Natürlich hat ein Deutscher Wetten dass...? erfunden

Everybody's got a hold on hope. It's the last thing that's holding me.

Das ist mit "Die Hoffnung stirbt zuletzt" zwar nicht zu meiner Zufriedenheit, aber, dies muss man, wenn man der deutschen Sprache auch, trotz so Könnern wie Kleist, den ich gerade lese, Eleganz und Schönheit absprechen will, zugeben, treffend -und einigermaßen poetisch- übersetzt.

Ich bin natürlich kein Zwiebelfischer à la Bastian Sick (und wer meine Schreibkünste beobachtet, wird dies auch bestätigen), aber den Grundgedanken teile ich. Die deutsche Sprache soll leben.

Ich durfte in der letzten Zeit einige Bekannte eines Freundes kennenlernen, die, als sei es nicht faszinierend genug, dass sie Musikinstrumente leidlich gut beherrschen, begonnen haben, für ihre Band (Ich bitte um Entschuldigung), in der sie sonst nur gecoverte (Ich bitte um Entschuldigung) Titel spielen, einer davon hat einen deutschen Text - ob Rammstein die richtige Wahl war, ist diskutabel-, eigene Lieder zu schreiben. Diesen Prozess durfte ich eine Weile mitverfolgen, sprich über mehrere Stationen. Auf Grund der Tatsache, dass sie mit Musik noch kein Geld verdienen, anderen Beschäftigungen nachgehen, teilweise frisch verliebt sind und bei Auftritten bekannte Songs (Ich bitte um Entschuldigung) bevorzugt werden, die eben auch einstudiert werden müssen, hat nur ein Lied überdauert und wird nun auch regelmäßig zum Besten gegeben.

Zu so einem Lied brauchen manche also erst mal eine Begleitung, vielleicht schon eine Melodie. Daran wurde der Text aufgehängt.

Da! Da war er, dieser Punkt, der über Schwimmen oder Untergehen entschied! (Sagt man das im deutschen überhaupt? Egal! Ein sink or swim- Moment (Ich bitte um Entschuldigung)) Eine Grundrichtung ist vorgegeben, zu dem getragenen Moll passt die Freude über die neue Haarfrisur des Dackel nicht. Aber liefen da nicht gerade die Ärzte im Radio? (Natürlich habe ich die Geschichte nicht miterlebt und natürlich liefen die Ärzte nicht) Ein Text übers Verlassenwerden! Das Endprodukt durfte ich mir durchlesen, hauptsächlich deshalb, weil ich darum bat, nachdem ich den Text nach mittlerweile drei Konzerten immer noch nicht verstanden habe. Leider hatte dies rein akkustische Gründe, die Sprache war banal. Wie sollte es auch anders sein? Kaum einer, der sich, als der englischen Sprache mächtig, bezeichnet, kann mit irgendeinem Muttersprachler mithalten und so ist auch mir natürlich, ein klempneresker (...) Schotte wie Mark Knopfler meilenweit voraus, ist er nicht?

Nein, ist er nicht!

 

Bis auf die Tatsache natürlich, dass in meinen Händen eine Gibson Les Paul -auch auf deutsch!- nicht ansatzweise so klingt....

8.3.07 19:39


Dies ist ein Protestsong....

Mag jemand Erörterungen? Dieses Für und Wider; möglichst in großen Dimensionen; möglichst jedes haarkleine Detail verarbeiten.... Natürlich sind Schuluniformen:

a) unmenschlich und führen zu nationalsozialistenwählenden, gleichgeschalteten Hirntoten!

b) unerlässlich für das Überleben des geordneten Staates und werden Nobelpreisträger nach Deutschland bringen!

So in etwa läuft das ja ab, auch wenn die Themen variieren können (Ist Fernsehen gut?, Ist Globalisierung gut?, Sollte man Arbeitslose erschießen?, Sind in Deutschland Schuluniformen von Nöten? und Wie ist der Einfluss der Medien zu beurteilen?), womit wir einer ungeheuren Vielfalt gegenüberstehen. Sollte es dazu kommen, dass man eine solche Diskussion tatsächlich öffentlich in einer überschaubaren Runde führt, besteht ein Problem: Einer muss das Arschloch sein! Wenn das nicht der Fall ist, ist die Debatte entweder erschreckend entgeistigt oder aber ein einmütiges Einschlagen auf die leblose Opposition. Man kann kein Gespräch über landwirtschaftliche Tierhaltung führen, ohne dass jemand sagt: "Ist mir egal, ob mein Schnitzel noch 7 Minuten nach dem Schlachten am Leben war, hauptsache zart!" oder "Wärst du etwa bereit den Preis zu zahlen, den ein Ei kostet, wenn so eine Henne tatsächlich einen ganzen DinA4-Blatt großen Raum zur Verfügung hat?"

Bleibt diese Person aus, weil sie zum Beispiel gerade bei Burger King das Lebendgewicht ihrer pubertierenden, bulimierenden Tochter in Fleisch verdrückt oder weil sie in der Wahlkabine steht und bei FDP ein Kreuz macht, dann reiht sich eine empörte Stimme an eine andere, wird ein guter Tipp nach dem anderen gegeben und irgendwo auf der Welt rotiert ein leidenschaftlicher Redner in seinem Grab.

Ist diese höchst interessante Person allerdings anwesend, so vom Vorherigen Szenario nur noch die Empörung geblieben, allerdings in schreiender Form und meist hat sich ihr Ziel in Richtung dessen gedreht, der hier tatsächlich Kontra gibt.

Es gibt allerdings auch Kriterien, die erfüllt werden müssen, wenn man die rebellische Person als interessant bezeichnen will. Meist ist es der Punkt, ob man selbst die Opposition bildet, oder ob das irgendein schwachköpfiger Möchtegern ist.

6.3.07 19:38


It's nine o'clock

Ein alter Mann, der wohl seinen Gin Tonic öfter umarmt, als seine Enkel, beugt sich zu mir rüber und sagt, dass ich ihn sein Lieblingslied spielen soll und summt es mir auch gleich vor. Ich erkenne tatsächlich was für ein Stück er meint und fange wieder an zu spielen. Ich hatte gerade Pause und habe mir bei meinem Kumpel an der Bar Nachschub geholt und pflichtschuldig seinem Klagen zugehört. Seine verschenkte Jugend, seine besten Jahre in dieser Kneipe, Hollywood sein Traum.

Ich sitze also am Klavier und nicke David zu, dem wohl ältesten Mann bei der Marine, der eben herein kam und sich sofort in ein Gespräch gestürzt hat. Der andere ist auch öfter hier, immer allein; er und seine pralle Aktentasche. Es läuft heute recht gut in der Bar und die Bedienung hat keine Zeit zwischendurch mal eines ihrer Bücher anzuschauen oder sich den Wirtschaftsteil der Zeitung zu nehmen. Hin und wieder kommt der Chef vorbei, sichtlich zufrieden mit der Menge an Gästen, die hier in Gesellschaft allein sind und ihre Sorgen ertränken. Sie hören mir andächtig zu und das Klavier verbreitet das pure Leben und ich singe dazu und trinke hin und wieder ein Bier. Da beugt sich einer mit dem großzügigen Trinkgeld zu mir über die Tasten und sagt: "Hey, was machst du eigentlich hier?"

 

In diesem Rattenloch... in dieser Sammelstelle für gescheiterte Existenzen...

Diese Frage muss Billy Joel bewegt haben, als er die Pointe für Pianoman erdachte. Es ist oftmals leichter als Einäugiger über die Blinden zu herrschen, als sich auf zu machen, sich einen Traum zu erfüllen... oder, um dem ganzen etwas Pathos zu nehmen, zu erkennen, dass man nur ein verdammter Einäugiger ist, der kurz davor ist, sich sein letztes Auge auszustechen.

4.3.07 16:16


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